Hochsensible Kinder


Die hier aufgezählten Eigenschaften geben Ihnen ein Bild über die Empfindungen der betroffenen Kinder. Es müssen nicht alle Punkte erfüllt sein. Wir versuchen eine Richtung darzustellen, um etwas mehr Klarheit zu bekommen.



Indikatoren für Hochsensible Kinder (HSK):


  • sie empfangen Stimmungen und Gefühle, haben Empathie* mit anderen Kindern und Erwachsenen in ihrer direkten Umgebung und wissen/können diese nicht zu benennen
  • sie brauchen Ruhe und Abstand... (sie mögen keine Menschenmengen)
  • sie benötigen klare Angaben/Gewohnheiten und sie mögen keine großen Überraschungen. Sie wollen sich auf die neue Situation einstellen können. Sie stehen auch nicht gerne im Mittelpunkt und lassen Anderen den Vortritt
  • sie können sich selbst und Ihre Umgebung gut reflektieren und erfassen kleinste Veränderungen; sie können sich von außen betrachten
  • sie denken viel nach über die Umwelt, Religion, Nachrichten, ggf. den Tod. Sie stellen altersentsprechend untypische Fragen. Sie denken über mögliche Gefahren nach, bevor sie handeln
  • sie reagieren empfindlich auf Etiketten in der Kleidung, mögen keine kratzende Kleidung, enganliegend ebenso wenig. Socken anziehen kann zum Ritual werden.
  • sie erfahren körperliche Schmerzen wesentlich schneller und intensiver. Sie müssen diesen länger verarbeiten und sind oft handlungsunfähig. Sie reagieren heftiger auf Medikamente
  • sie sind in der Lage Duft- und Geschmacksunterschiede zu selektieren, reagieren auch auf verschiedene Konsistenzen. Verweigern einige Nahrungsmittel oder können gar nicht essen.
  • sie haben oft lichtempfindliche Augen (schützen sich mit dem Arm vor ihren Augen), kneifen die Augen bei Sonnenschein zu
  • sie sind auch geräuschempfindlich. Sie mögen ungerne viele Lärmquellen und haben Probleme den Sprachanteil herauszufiltern
  • sie haben ein sehr gutes Gedächtnis, sind schnell mit Ihren Gedanken und haben für ihr Alter einen auffällig großen Wortschatz
  • sie stellen tiefsinnige Fragen, sind wissbegierig und fragen dauernd  "Warum"?
  • sie sind auffällig kreativ, haben eine lebhafte Phantasie und träumen intensiv. Sie sprechen auch gerne durch Dritte (Teddy, Puppe)
  • sie sind sehr konzentriert und haben tiefe, komplexe Gedanken
  • sie lieben Harmonie, die Wahrheit und den Frieden, sie versuchen oft zu schlichten
  • sie haben eine starke Verbundenheit mit der Natur (Pflanzen, Tiere) und Respekt für das Leben

Sehr von Vorteil ist es, wenn Eltern von Ihrer eigenen Hochsensibilität wissen. Dann können sie mit sehr viel Geduld und Verständnis Ihre Kinder begleiten.

Sie können dann Ihre eigenen Kinder als eigenständige Geschöpfe mit eigenen Wesen und Erfahrungen heranwachsen lassen. Sie müssen Ihnen den erforderlichen Freiraum zur Entfaltung geben und den oft benötigten Rückzugsraum gewähren. Das ist natürlich ortsunabhängig, soll heißen auch im Kindergarten/Schule, bei Verwandten oder in der Freizeit sind diese Möglichkeiten zu schaffen.



Noch ein paar Worte zum Wirkmechanismus von Menschen. Viele Dinge im Leben sind eine Herausforderung. Auf dieser Herausforderung folgt entweder Kampf oder Flucht. Für Hochsensible gibt es extrem viele Herausforderungen!



Gegenseitige Achtsamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg.



Teilen Sie sich unbedingt mit und sprechen in Ihere Familie und mit Freunden über dieses Thema. Reden Sie mit Ihrem Kindergarten (Betreuer/Leitung). Das selbe betrifft auch die Lehrer in der Schule und die Schulleitung. Hier ist meistens noch Aufklärungsarbeit erforderlich. Ich empfehle Ihnen hartnäckig zu bleiben.

  

Die angeborene Hochsensibilität bei Kindern ist sehr komplex und schwer zu erfassen. Grundsätzlich ist für alle Kinder ein liebevolles Elternhaus der Grundstein für eine gute Kindesentwicklung. Hochsensible Kinder (HSK) erfühlen besonders intensiv, und können oft das Erlebte nicht beschreiben.

Für Mädchen ist es etwas einfacher, da die Hochsensibilität dem weiblichen Wesen gerechter wird.

  

Für Jungs sieht es da schon anders aus: Sie fallen daher schneller aus dem gesellschaftlichen Raster. Sie sollen/dürfen nicht weinen, sollen sich durchsetzen. „Mimosen“ werden von anderen Jungs nicht akzeptiert. HSK wollen sich z.B. beim Spielen, den starken Jungs anpassen. Das verdrängt Ihre Hochsensibilität.

Einige hochsensible Kinder (z.B. auch Jeremy) entwickeln sich langsamer, als sein direktes Umfeld. Der Unterschied relativiert sich später wieder. Bei den Lernfortschritten ist sehr viel Geduld gefragt.

  

Wir können nochmals wiederholden, redet bitte mit den Erziehern und Lehrern, damit diese Rücksicht auf Eure hochsensiblen Kinder nehmen können. Hierfür ist auch der Informationsfluss zum Leiter/Direktor recht hilfreich. Lassen Sie sich hier nicht abwimmeln und verwenden lieber das Wort sensibel, als hochsensibel.

Wenn unsere Kinder älter werden Richtung Pubertät, wird sich das Fühlen und Empfinden (alleine durch die Hormonumstellung) noch wesentlich steigern. Missverständnisse und Schwierigkeiten sind hier vorprogrammiert. Entgegenwirken sollte man mit einfühlsamen und verständnisvollen Umgang.

Gut, das ist viel schwieriger als gesagt. Hier hilft nur Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Eskalation wird euch nicht voranbringen. 

Falsch sind natürlich Ausdrücke wie z.B.: „Stell Dich nicht so an“, „Indianer kennt keinen Schmerz“, „Du Mimose“, „Sensibelchen“ und „Sei nicht so sensibel“. Hierdurch empfindet sich Ihr Kind falsch und kann nicht lernen mit seinen Gefühlen umzugehen. Sie denken, sie seinen anders.

Besonders hilfreich bei der Erziehung sind immer klare Strukturen, Rituale und Berechenbarkeit. So können immer wiederkehrende Konflikte behoben werden.

Weniger ist mehr, soll heißen Spielsachen reduzieren, Ordnung im Kinderzimmer halten… (Reduzierung der Reize). Weniger Deko an den Wänden. Spielsachen in Kisten verstauen.

Kinder wollen gefördert und unterstützt werden. Hierfür sind Motivation und viel positiv Lob ein gutes Mittel. Tadel und negative Sanktionen sind hingegen oft konterproduktiv.

     

Vermeiden sie unbedingt das Scheitern von Projekten und unterstützen Sie beim Handeln (motivieren). Das Kind in Watte zu packen ist nicht der richtige Weg. Hier sollte auf die Wahrnehmungen des Kindes eingegangen werden. Spätestens beim Schuleintritt (den man nicht zu früh wählen sollte), sind die Kinder gezwungen, sich den Gegebenheiten anzupassen.


Die Art und Weise der Aufnahme von Informationen, lässt solche Kinder desorientiert, oder schüchtern, zurückhaltend aussehen. Oft gucken betroffene Kinder auch staunend mit wenig Mimik. Die Verarbeitung benötigt Eingewöhnungszeit.

HSK sehen und denken oft in Bildern, sodass das gesprochene Wort oft länger benötigt im Gehirn anzukommen. Nehmen Sie erst Kontakt mit Ihrem Kind auf (z.B. tippen sie Ihm auf die Schulter). Blickkontakt ist sehr wichtig. Und reden sie erst dann mit Ihrem HSK.

Zurück zum denken … Kinder sind wesentlich schneller im denken mit Bildern und Symbolen. Deshalb sind Comics / Zeichentrick sehr beliebt. Man sagt auch Bilder sind die Sprache der Kinder.

Hochsensitive Kinder brauchen Ruhe, Natur und viel Bewegung. Sie sollen ausgiebig spielen und viel Kontakt zu anderen Kindern haben dürfen. Am besten auch mit sensibel Veranlagten.

Die Eltern müssen mit viel Geduld, Herz und Verständnis an ihre sensiblen Kinder herangehen, was oft schwer ist und viel Kraft kostet.

Ihre Kind soll/muss das Gefühl haben, „in Ordnung“ zu sein!



Dein Kind ist etwas ganz besonderes, lernen Sie es zu verstehen.

Entdecken Sie seine Fähigkeiten und fördern Sie diese.

Nehmen Sie Ihr Kind Wahr.

Erkennen Sie Veränderungen und nehmen diese an.  

Achten und Lieben Sie ihr Kind, es ist gut so, wie es ist.



Letztendlich betreffen die oben stehenden Ausführungen auch die Erwachsenen. Achte darauf, dass es Ihnen selber gut geht, nur so können Sie auch positiv agieren.

Erkennen Sie sich selbst an.

Lernen Sie sich wert zu schätzen.

Gönnen auch Sie sich mal eine Pause.

Holen Sie sich ggf. Unterstützung von der Familie/Freunden.


Ein toller Bericht für hochsensible Mütter. Pia erzählt Ihre Geschichte realistisch und sehr authentisch. Bitte nicht vom Titel abschrecken lassen.

Viele Vergnügen bei MOM Brigitte "Mama, bist du tot?"


Ein guter Bericht befindet sich auf t-online.de "hochsensible Kinder haben es in Ihrem Alltag schwer". Bitte folgen Sie dem Link, wenn Sie näheres erfahren wollen.

t-online "hochsensible Kinder haben es in Ihrem Alltag schwer"


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